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Besuch Weiss & Schwarzkunst in Hochdorf am 2. Oktober 2018

Ausflug zu Weiss & Schwarzkunst nach Hochdorf am 2. Oktober 2018

Verein Weiss & Schwarzkunst - von Höngg nach Hochdorf

Der Verein ist nicht gewinnorientiert und hat sich zum Ziel gesetzt, das traditionelle Handwerk zu erhalten, zu pflegen und weiter zu vermitteln. Die Akteure verstehen sich als Vermittler zwischen Anfassen, Begreifen und sich Befassen mit dem Thema.

Im Oktober 2014 fand der erste Kontakt mit den Gebrüdern Louis und Erich Egli statt und im Dezember 2014 wurde die gesamte Buchdruckerei Höngg nach Hochdorf transportiert. Ueli Zolliker (Institutionsleiter VWF) und René Wachter (Leiter technischer Dienst VWF) halfen beim Zügeln der Kniehebelpresse, inkl. Kleinmaterial, tatkräftig mit. Dabei entstand die Idee, die Maschinen mit einigen Bewohnern zu besichtigen. Gedacht, gesagt und umgesetzt.

Am Dienstag, 2. Oktober war es dann endlich soweit. Acht Bewohner aus dem Bewohnerrat und aus der Zeitungsgruppe fuhren mit ihren Begleiterinnen und Begleitern voller Vorfreude ab Richtung Luzern, genauer gesagt nach Hochdorf. Dort wurden wir von Erich Egli, einem der Zwillingsbrüder, herzlich begrüsst. Mit einem alten Warenlift erreichten wir die Etage mit der Druckerei Weiss & Schwarzkunst. Es roch nach Öl, Zeitung und Maschinen. Louis Egli, der andere Zwilling, teilte uns in zwei Gruppen ein. Während 2 Stunden wurden wir nun in die Kunst der Druckerei eingeführt. Die Brüder Egli nahmen sich viel Zeit, uns in der Druckerei herum zu führen. Mit viel Herzblut und Leidenschaft erklärten und zeigten sie uns die Maschinen, sie stammen zum Teil aus den 1950-er Jahren. Die Intertype-Zeilengiessmaschine Modell C4 wurde nach 25 Jahren Stillstand restauriert und wieder in Betrieb gesetzt. Ungefähr 6'500 Buchstaben in der Stunde kann Louis Egli an seiner Intertype C4 setzen. Unvorstellbar für einen Laien und faszinierend zum Zuschauen! Er setzte für jeden von uns und das Frankentaler-Blatt seinen Namen in der Zwölfpunkt Fraktura-Schrift.

An der Druckmaschine zeigte uns Erich Egli das Vorgehen des Drucks und der Reinigung. Ein kleiner Text an einer Maschine erheiterte uns: "an meinen derzeitigen Chef: wenn du für mich keine Arbeit mehr hast, oder dich zu Ruhe setzen willst, habe ich eine Bitte. Ich möchte gerne die restliche Zeit bis zu meiner Kremation (gemeint ist Verschrottung) in der Druckerei des Vereins Weiss & Schwarzkunst in Hochdorf verbringen. Dein OHT. Humor ist auch hier zu finden.

Nach dem theoretischen Teil fuhren wir nach Hohenrain ins Gasthaus Leuenstern zum Mittagessen. Das Essen war vorzüglich. Da unter der Woche das Restaurant nur auf Bestellung geöffnet war, war das Servicepersonal ganz für uns da. Überaus freundlich wurde uns jeder Wunsch erfüllt,noch nie wurden wir in einem Restaurant geduldiger und aufmerksamer bedient. Unser herzlichster Dank geht ans ganze Team des Leuensterns!

Im Gespräch beim Essen erfuhren wir, dass im Nachbarhaus gerade destilliert wurde und nach einer kurzen Beratung entschieden wir uns, dass sich ein Besuch wohl lohnen würde. Nach einem kurzen und windigen Spaziergang wurden wir bereits erwartet in der Destillerie Seetal und herzlich begrüsst von zwei "urchigen" Männern. In unsere Nasen stach ein fruchtig-herber Alkoholgeruch. Der Ablauf des Destillierens wurde uns fachkundig erklärt und gezeigt und wir konnten zusehen, wie die Maische neu eingefüllt wurde. Und das Beste kommt bekanntlich zum Schluss: hinter der Schiebetüre erschien ein riesiges Regal mit vielen farbigen Likör- und Schnapsflaschen und wir durften sogar einige der Wässerchen probieren. 

 

Den Kopf voller schöner Eindrücke fuhren wir zurück ins Frankental. Ein herzlicher Dank gebührt den beiden Chauffeuren René Wachter und Ueli Zolliker für die sichere und gute Fahrt.

Der Text wurde von der Zeitungsgruppe zusammengestellt und recherchiert.

Fotografiert haben René Baur und Bruno Casnici.